Montag, 19. Dezember 2011

Heute tanzen alle Sterne,

und der Mond ist blank geputzt.

Petrus in der Himmelsferne

hat sich seinen Bart gestutzt.


Überall erklingt Geläute,

Fröhlich schmückt sich groß und klein,

und die Heiligen tragen heute

ihren Sonntags-Heiligenschein.


Es ertönen tausend Flöten,

tausend Kerzen geben Glanz.

Und die würdigen Kometen

wedeln lustig mit dem Schwanz.


Hinterm Zaun im Paradiese,

gar nicht weit vom Himmelstor,

musiziert auf einer Wiese

auch der Engelskinderchor.


Ihre roten Tröpfelnasen

putzen sich die Kleinen schnell

und dann singen sie und blasen

auf Fanfaren, silberhell.


Jedes Jahr um diese Stunde

singen sie nach altem Brauch.

Alle Sterne in der Runde

lauschen und die Menschen auch.


Manchmal aber, leise, leise,

wird der Chor der Engel stumm,

und im ganzen Erdenkreise

geht ein sanftes Flüstern um.


Dann erscheinen sieben Schimmel,

zärtlich ruft es Hüh und Hott.

Und gemächlich durch den Himmel

fährt daher der liebe Gott.


Da verstummen alle Lieder

und die Engel machen fix

mit gefaltetem Gefieder

vor dem Herrgott einen Knicks.


Alle goldnen Sternenherden

drehn sich still dazu im Tanz

und im Himmel wie auf Erden

leuchtetWeihnachtskerzenglanz.

James Krüss

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